Dienstag, 19. August 2008

Glas : Muranoglas


Glasvase Murano
Zuerst einmal Glas überhaupt:
Glas ist aus einem Gemisch aus Sand, Kalk und Soda zusammengesetzt. Glas ist ein stofflich einheitliches Schmelzprodukt, das abgekühlt und erstarrt ist, ohne merklich zu kristallisieren. Gläser schmelzen nicht bei einer bestimmten Temperatur, sondern werden über einen weiten Temperaturbereich weich.

Man nennt diese Substanzen auch amorph=griech. a: nicht, morphe: Gestalt; also formlos, gestaltlos. Treffend spricht man auch von einer unterkühlten Schmelze oder vom plastischen Zustand.

Glas-Eigenschaften haben viele anorganische Stoffe wie z. B. Schmelzen von Boraten oder Phosphaten, die in der klassischen Analytik eine wichtige Rolle spielten.

Natürlich ist das Glas selbst zu nennen. Hierzu gehören aber auch der aufgeschmolzene Quarz, der rasch abkühlt. Sogar unter den organischen Stoffen findet man Gläser: Das sind vor allem Kunststoffe wie das Plexiglas oder PVC ohne Weichmacherzusatz. Sogar tiefgekühltes Gummi hat glasartige Eigenschaften.

Im Glas geht jedes Elektron eine Verbindung mit einem anderen Teilchen ein und bildet ein Molekül. Innerhalb des Moleküls bewegt sich das Elektron auf fest vorgeschriebenen Bahnen. Zwischen den Molekülen ist außerdem viel Platz.

Trifft ein Lichtteilchen auf das Glas, hindert es also nichts das Glas zu durchdringen.
Durch das Licht wird das Glas also durchsichtig. Man kann durch Zugabe von speziellen Materialien zur Schmelze die Durchlässigkeit blockieren. Zum Beispiel kann man optisch klare Gläser für infrarotes Licht undurchdringbar machen, die Wärmestrahlung ist blockiert.
Die bekannteste Steuerung der Durchlässigkeit ist die Färbung.

Es können die verschiedensten Farben erzielt werden.
Andererseits gibt es undurchsichtiges Glas, das schon aufgrund seiner Hauptkomponenten oder der Zugabe von Trübungsmitteln opak (mehr oder weniger Lichtundurchlässig) ist.

Es gibt unzählige Glassorten, die sich je nach ihrem Zweck unterscheiden.
Damit dieses Glas manuell verarbeitet werden kann muss es jeweils ganz bestimmte Merkmale aufweisen.

Was ist Muranoglas?
Die Geschichte der Murano Glasmacherkunst ist verbunden mit der Geschichte von Venedig als Zentrum der Glasherstellung.

Seit dem 15. Jahrhundert auf der ganzen Erde ist der Name der Insel von Murano mit der Kreation des feinsten und elegantesten Glases praktisch synonym gewesen.

Die Ursprung der Glasherstellung in der venetianischen Lagune, gehen aber weiter, da ihre Wurzeln in der römischen Herstellungstradition auf dem nahe gelegenen Festland liegen.

Murano Glas- fast eine Legende:
Das Glas kommt um das Jahr 1000 nach Venedig; bestätigt ist dies wohl durch ein Dokument des benediktinischen Mönchs Fiolario , der Glasfläschchen für den Hausgebrauch herstellte.

Durch den Handelsverkehr mit dem Osten ist es Venedig gelungen, die bereits vorhandenen Kenntnisse der Ägypter, der Phönizier und der Syrer in Sachen Glaskunst auf höchstem Stand weiter zu entwickeln.

Die Industrie erweiterte sich beträchtlich nach dem Fall von Konstantinopel 1203/04,
an der die Venezianer mit einer geschickten Kriegstaktik diesen herbeiführten.
Der in Fall Konstantinopels, der eine enorme Auswirkung auf Venedig hatte, technisch und ökonomisch.

Im Osten also in Konstantinopel gab es solche Techniken schon länger.
Konstantinopel - Ostrom, das Römische Imperium!
Zu jener Zeit war zum Beispiel schon das Diatretglas (um 330-340 n.Chr.) schon
lange bei den Römern und zwar im ganzen Imperium bekannt, wie Ausstellungsstücke des römisch-germanischen Museums in Köln dies zeigen.

Die Funde bezeugen sowohl den hohen Standard der Technik wie des Kunstgewerbes im Römischen Reich. Dies gilt auf andere Weise auch für die eintausend ausgestellten Glasgefäße, die als Beigaben in Kölner Gräbern gefunden wurden. Ihre unterschiedlichen Herstellungstechniken und Verzierungsarten lassen großes technisches Können der Glasbläser und Glasschleifer erkennen. Gläser mit verspielten Mustern aus bunten Glasfäden oder mit eingeschliffenem Dekor sind Markenzeichen der Werkstätten.

Den Höhepunkt der Glaskunst zeigt das Diatretglas mit seinem filigranartigen farbigen Netzwerk, das in virtuoser Technik aus der Glasmasse geschliffen ist (um 330-340 n. Chr.).
Römisches Diatretglas

Auch diese hohe Kunst war in Murano bekannt und fand dort in der Glaskunst ihren Höhepunkt.
Venezianisches Glas war von sehr hoher Qualität, zeichnete sich durch Farben- und Formenreichtum aus und war ein begehrtes und teures Luxusobjekt, das nach und nach in die ganze Welt exportiert wurde.

Da das Handwerk am offenen Feuer Gefahren barg, sprach die Republik
Venedig 1291 angeblich wegen des Brandrisikos ein Edikt aus, das allen Glasmachern befahl, sich außerhalb der Stadt auf den Inseln von Murano (die Insel Amurianum, so hieß die Insel damals) niederzulassen. Der wirklich Grund war wohl das verhindern von Spionage.

Ebenfalls ordnete Venedig an, dass keiner der Glashandwerker diese Insel jemals verlassen durfte, damit das Glasgeheimnis nicht verraten wurde. Auf Flucht oder Verrat des Glasgeheimnisses stand sogar die Todesstrafe. Im Gegenzug dafür, genossen die Glasbläser besondere Privilegien, fast gleich denen der Adeligen.

So wurde Murano bekannt für sein Glas, wo die Familien sich seit Generationen Rezepte und Geheimnisse überliefern, die nirgendwo in der Welt ihresgleichen finden. Auf der Insel konnte man die Geheimnisse dieser Kunst besser bewahren. Murano wird zur Welthauptstadt des Glases.

Beeinflusst von der islamischen Kunst entwickelte sich in das erste europäische künstlerisch gestaltet Glas etwa im 15. Jahrhundert.

Glas ist aus einem Gemisch von Kieselsand, Oxyden und Karbonaten zusammengesetzt. Es gibt unzählige Glasarten, die sich je nach ihrem Zweck unterscheiden.
Damit dieses Glas manuell verarbeitet werden kann muss es jeweils ganz bestimmte Merkmale aufweisen.

Der Insel Murano ist es mit ihrer tausendjährigen Glastradition gelungen, die Charakteristiken des manuell verarbeiteten Glases auf höchstes Niveau zu bringen und zwar sowohl was die Verarbeitung, Qualität, Reinheit der Struktur, Stabilität und auch den Glanz sowie die Transparenz der Farben angeht.


Muranoglas "2".
Das Glas schon ungefähr seit dem Jahr 1000 in Venedig bekannt ist, bestätigt auch ein Dokument des benediktinischen Mönchs Fiolario, der Glasfläschchen für den Hausgebrauch herstellte.

Durch seine Handelsverbindungen gelang es Venedig die vorhandenen Kenntnisse der Ägypter, Phönizier und Syrer über die Glaskunst auf höchstem Stand weiter zu entwickeln. Venezianisches Glas war schon bald von sehr hoher Qualität, zeichnete sich durch Farben- und Formenreichtum aus und war ein begehrtes und teures Luxusobjekt, das nach und nach in die ganze Welt exportiert wurde. So wurden denn auch schon im Mittelalter Glasstäbe zum Perlenmachen in Venedig hergestellt.

Wegen der besser kontrollierbaren Geheimhaltung der Produktionsmethoden wurden sämtliche Produktionsstätten auf die Insel Murano verlegt. Dies wurde im Jahre1291 von der Republik Venedig angeordnet und mit dem Brandschutz für Venedig begründet. Im gleichen Atemzug ordnete Venedig an, dass kein Glashandwerker jemals diese Insel wieder verlassen durfte, damit das Glasgeheimnis nicht verraten wurde. Auf Flucht oder Verrat des Glasgeheimnisses stand sogar die Todesstrafe. Im Gegenzug genossen die Glasbläser besondere Privilegien, fast gleich denen der Adeligen.

Techniken : Farbglas
Einst war es sehr schwierig reines durchsichtiges Glas in höchster Aktzeptanz herzustellen,
in den Glashütten von Früher wurde vorwiegend Glas mit natürlich grüner Färbung hergestellt, auch Waldglas genannt.
Später gab es Glasmacher die die Kunst beherrschten reines "weißes" also vollkommen transparenzes Glas herzustellen, auch eine hohe Kunst in Venedig, im laufe der Zeit aber wurden auch wegen der Schönheit und Eleganz Farbige Gläser immer mehr gefragt.
Die Kunst der Farbglaherstellung kam auf.

Glasfärbung und Entfärbung:
Die farbigen Glassorten werden mit Hilfe von Zusatzstoffen produziert, um damit ihre Färbung zu beeinflussen. Die Glasfärbung erfolgt durch die Beimischung von Metallen in die Glasschmelze.

Die zwei am häufigsten verwendeten Metalle sind Gold und Silber in einer geringen Korngröße. Weiterhin entscheidend ist die Form der Partikel, z. B. prolat, sphärisch oder oblat.

Die unterschiedlichen Farben bei Reflexion oder Transmission werden durch die durch die Größe der Zutaten in Form von Nanopartikel beeinflusst.

Für die Entfärbung von Gläsern, für die Verunreinigungen der Rohstoffe verantwortlich sind, werden vor allem Metalloxide verwendet. Grundsätzlich geschieht dies durch die Verwendung der Komplementärfarbe. Entfärbemittel werden auch Glasmacherseifen genannt.
Heute werden Farbglasstäbe von höchster Qualität verwendet.

Zum Färben von Glas werden folgende Materialien verwendet:
Eisenoxide: Färben je nach Wertigkeit des Eisenions grün-blaugrün oder gelb und in Verbindung mit Braunstein gelb sowie braun-schwarz.

Kupferoxide: zweiwertiges Kupfer färbt blau, einwertiges färbt rot, daraus ergibt sich das Kupferrubinglas.

Chromoxid: Wird in Verbindung mit Eisenoxid oder allein für die Grünfärbung verwendet.

Uranoxid: Ergibt eine sehr feine Gelb- oder Grünfärbung (Annagelbglas- oder Annagrünglas) mit grüner Fluoreszenz unter UV-Licht. Solche Gläser wurden vor allem in der Zeit des Jugendstils hergestellt. In England und Amerika ist diese Glassorte auch als uranium glass oder vaseline glass bekannt. Aufgrund der Radioaktivität des Urans wird es heutzutage nicht mehr verwendet.

Cobaltoxid: färbt intensiv blau und wird auch für die Entfärbung verwendet. Zusammen mit Aluminiumoxid liegt es als Cobaltaluminat im tiefblauen Kobaltglas vor.

Nickeloxid: violett, rötlich auch für die Graufärbung und zur Entfärbung.

Manganoxid (Braunstein) als Glasmacherseife zur Entfernung des Grünstichs (durch Absorption der Komplementärfarben).

Selenoxid: färbt rosa und rot, die rosa Färbung wird als Rosalin bezeichnet, während die rote als Selenrubin bezeichnet wird.

Silber: ergibt feines Silbergelb

Indiumoxid: gelb bis bernsteinorange

Neodym: rosa bis purpur, lila.

Praseodym: grün.

Samarium: gelb.

Europium: intensiv rosa.

Gold: Wird erst in Königswasser aufgelöst und färbt rubinrot, eine der teuersten Glasfärbungen Goldpurpur.

Doch wie war es im damaligen Venedig?
Hoch entwickelte Glastechniken also, Emaillieren usw. wurden durch Venedig vom Osten zum Beispiel aus Konstantinopel usw. zu dieser Zeit importiert.
Der Fall von Konstantinopel brachte für Venedig eine absolute Vormachtstellung und Herrschaft des Handels mit Luxuswaren rund um das Mittelmeer.

Eine Verordnung von 8. November 1291 verbot die Einrichtung neuer Glashütten in Venedig.
Das führte zur Auslagerung der Glasindustrie nach Murano. Die komplette Glasherstellung konzentrierte sich nun auf der Insel Muranobis zum heutigen Tag.

Seit dem 13. Jahrhundert ist Murano und das venetianische Glas in ganz Europa und im nahen Osten für seine speziellen Qualitäten, seiner Transparez und seine eleganten Formen bekannt.

Ein Komplettes Verständnis des Material Glas und ausgezeichnete Glasbläser Techniken waren erforderlich, um die Qualitäten dieser Art des Murano Glases vollständig auszunutzen.
Technisches Wissen und Fähigkeit wurden die Erzeugnisse der Glasbläser aufgebaut und das in Verbindung mit der Eleganz und von bestimmten Art des Muranoglases entwickelt, Muranoglas eben.

Den Glasbläsern war bei Todesstrafe verboten Murano zu verlassen oder aber die Geheimnisse der Glashestellung zu verraten. Um die Glasmacher zu halten, wurden viele von Ihnen geadelt, d.h. in den Adelsstand erhoben. Flüchtigen Glasmachern wurden Häscher nachgesandt um sie zu töten, um eben die Geheimisse und Rezepte der Glasherstellung zu Hüten.

Ach in Gebeiten des heuteigen Frankreich, im Elsass waren die Methoden,
Glasmacher in den Adelsstand zu erheben um diese im Herrschaftsgebiet zu halten bekannt.

Was nun ist Typisch für das Muranoglas?
Typisch für Murano ist das Geflecht der „murrine“: Dünne, verschiedenfarbige Glasstäbchen werden zu Stäben von ein bis zwei Zentimetern Durchmesser verschmolzen und abgekühlt, bis sie gehärtet, aber noch elastisch sind. Scheibchenweise werden sie in runde Blättchen zerschnitten, die das typische Rosettenmuster aufweisen und zur Verzierung erneut aufgeschmolzen werden. In einem langsamen Prozess erkalten die fertigen Stücke im Kühlraum – auch das ist eine Wissenschaft für sich.

Die Resultate sprechen für sich:
Muranoglas ist Glas auf höchstem Niveau, und zwar sowohl was die Qualität, Reinheit der Struktur, die Stabilität, den Glanz und die Transparenz der Farben angeht.
Die venezianischen Glaskunststücke begeistern in mattem Hochglanz und leuchtender Intensität. Für die Extravaganz sorgt oft die zweifarbige Glasschicht, bei verschiedenen Vasen angewandt.

Bilder aus meinem Webalbum Venedig - Murano
zum anschauen bitte in's Bild klicken:
Murano - Glas
Muranoglas:
Interessant hierzu ist auch noch ein Artikel aus der Neuen Zürcher Zeitung, zwar älteren Datums aber immer noch Aktuell, da die Sache Muranoglas ja über Jahrhunderte konstant mit immer verfeinerten Verfahren und Ergebnissen zu dem führte was es ist.
Muranoglas eben.

Hier der Artikel:
Muranoglas zwischen Tradition und modernem Design
Neue Zürcher Zeitung, von Irene Meier.

Die putzigen Glastierchen und verschnörkelten Väschen,
die in Venedig an allen Ecken souvenirwütiger Touristen harren,
haben die hohe Kunst der Glasbläser von Murano leider in Verruf gebracht.

Auch die pastellfarbenen Leuchter für Klein-Versailles zu Hause
versprechen nichts Gutes.

Doch der oberflächliche Eindruck täuscht:
Die venezianische Glasherstellung ist dem Ruf der Zeit gefolgt.
Denn neben der Kitschproduktion stellen viele Glasmanufakturen
auf der Insel beiVenedig Vasen, Lampen, Gläser und Schalen,
entworfen von der Crème de lacrème der modernen Designern, her.

Bereits seit Ende der vierziger Jahre kreierten etwa
Gio Ponti, Fulvio Bianchoni und Carlo Scarpa Gefässe aus
Muranoglas für die Firma Venini.

In den Sechzigern gesellten sich die Stars des boomenden italienischen
Designs (u. a. Ettore Sottsass und Alessandro Mendini) dazu,
die das Muranoglas einer neuen Generation von
Designliebhabern wieder schmackhaft machten.

Vor allem Carlo Scarpa verstand es meisterhaft,
die Schönheit des farbigen Glases und seine Verarbeitung
auf höchster handwerklicher Ebene zur Geltung zu bringen.

Seine Schalen und Vasen für Venini sind wahre Kunstwerke und werden in
Museen gesammelt und mit Ausstellungen geehrt. Neben der Produktion
dieser hochpreislichen Kunstwerke werden in Murano heute aber auch
erschwingliche Wohnaccessoires gefertigt, die den Ansprüchen des
zeitgenössischen italienischen Designs folgen.

Die berühmten Farben des Muranoglases leuchten wieder.

Die Geschichte der Stadt Venedig ist eng mit der Einführung der
Glasherstellung im heutigen Europa verbunden. Die Seefahrer der
Serenissima brachten nämlich nicht nur Seidenstoffe und exotische
Gewürze, sondern auch die Kunst der Glasfabrikation von ihren Fahrten in
den Orient mit. Seit dem 11. Jahrhundert ist die Glasbläserei in Venedig
verbürgt.

Da dieses Handwerk am offenen Feuer nicht ganz ungefährlich
war, sprach die Republik Venedig 1291 wegen des Brandrisikos ein Edikt
aus, das allen Glasmachern befahl, sich ausserhalb der Stadt auf den
Inseln von Murano niederzulassen.

Über Jahrhunderte war die venezianische Glaskunst
als begehrtes Luxusgut - pompöse Armleuchter wie
filigrane Trinkgläser - in den Adelshäusern Europas ein Begriff.

Ihr Geheimnis, das stets vom Vater auf den Sohn weitergegeben wurde,
hütete man so eifersüchtig, dass die Glasmacher ihre Insel
nur bei speziellen Gelegenheiten verlassen durften.

So wurde das Monopol Venedigs in derhochwertigen Glasherstellung
denn auch erst Ende des 17. Jahrhunderts, als die Glanzzeit der Republik Venedig
mit der Machtübernahme derFranzosen endgültig zu Ende ging,
von den böhmischen Glashütten aufgebrochen.

Im 19. Jahrhundert brachte der Tourismus einen neuen Aufschwung.

Die aus privilegierten Kreisen stammenden Reisenden nahmen
gerne kostbare Glaswaren als Erinnerung an die einzigartige Stadt mit
nach Hause.

Die alte Tradition der Glasbläserei wurde belebt, und auch
heute noch tragen einige Glasbläsereien die Namen der alten
Familien Muranos wie der Tosi, der Seguso und der Barovier.

Bei unserem Besuch in Murano konnten wir das Entstehen einer flachen
Schale beobachten.

Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus, als der
Meister ein in zahlreichen Arbeitsgängen vorbereitetes Stück in der
genau richtigen Temperatur und der genau richtigen Zeitspanne so in den
Ofen hielt, dass es sich vor unseren Augen wie eine Blume entfaltete:

aus der vasenähnlichen Form wurde in wenigen Sekunden eine flache, runde
Schale. Was uns wie Zauberei erschien, ist in Wirklichkeit ein präzises
Handwerk, das auf viel Erfahrung mit der Materie beruht.

Die Glasbläser arbeiten seit Jahrhunderten nach dem gleichen Prinzip.

Stets sind sie inGruppen organisiert:

Um den Meister schart sich eine Reihe von Gehilfen,
die ihm in Präzisionsarbeit in Sekundenbruchteilen die Glasstücke im
richtigen Schmelzgrad aus dem Ofen zur Verarbeitung reichen oder die
fertigen Stücke sofort in den Kühlraum bringen, wo sie in einem
langsamen Prozess erkalten - auch dies eine Wissenschaft für sich.

Der Meister bläst durch ein Eisenrohr mit dem Mund Luft in den
rotglühenden Klumpen, es entsteht ein Hohlraum.

Durch präzise Drehbewegungen nimmt das Glas dann Form an.

Immer wieder muss es jedoch neu erhitzt werden,da es für die
Verformung weich und elastisch bleiben soll.

Nur der Meister weiss - einzig auf Grund seiner langen Erfahrung -,
wann und wie lange es im Ofen bleiben muss und zu welchem Zeitpunkt
es die richtige Temperatur für die weitere Verarbeitung hat.

Je nach Stück werdenverschiedene Lagen von Glas übereinandergeschichtet
oder Dekorationen,zum Beispiel in der für Murano typischen Technik
der «Murrine»,angebracht:

Dünne verschiedenfarbige Glasstäbchen werden zu Stäben von
etwa ein bis zwei Zentimetern Durchmesser verschmolzen, dann langsam
abgekühlt, bis sie gehärtet, aber noch elastisch sind.

Diese Stäbe werden scheibchenweise in runde Blättchen zerschnitten,
die das typische Rosettenmuster in den Farben der zusammengeschmolzenen
Glasstäbchen aufweisen.

Diese Murrine werden etwa zur Verzierung von Vasen aufgeschmolzen.

Heute erlebt das Muranoglas auch für die Herstellung von Lampen eine
grosse Renaissance. Die Firma Artemide, ein Trendsetter auf dem Gebiet
der Leuchten, führt seit einigen Jahren eine Kollektion von sehr
dekorativen Lampen, die die Tradition des pompösen venezianischen
Leuchters in modernem Design mit grossem Erfolg neu interpretiert.

Aber auch für eine halbindustrielle Produktion
wird mundgeblasenes Muranoglas verwendet:
Verschiedene Leuchtenfirmen führen in ihrem Sortiment eine
von Jahr zu Jahr wachsende Anzahl von Lampen mit Leuchtkörpern aus,
oft satiniertem, Muranoglas.

Die originellste Kollektion von Muranoglas in moderner Form stammt von
der Firma Moretti:

Carlo Moretti, Spross einer alteingesessenen
Glasfirma, hat traditionelle venezianische Trinkglasformen für die
heutige Zeit neu interpretiert. Entstanden sind Gläser von höchster
Eleganz, umgesetzt in bester Glasbläser-Tradition.

Daneben erfindet eraber laufend vollständig neue,
überraschende Formen für seine Produkte:

So ediert er jedes Jahr eine limitierte Serie von phantasievollen
Champagnergläsern.

Sicher sind sie schon bald begehrte Sammlerobjekte!
Das Muranoglas lebt!

Irene Meier - NZZ

Links:
Murano Beschreibung - Wiki

Das Glas und Venedig (PDF)

Glas à la façon de Venise - Renaissance-Glas im venezianischen Stil

Glasbläserei - Begriffe

Zerbrechliche Kunst - Muranoglas

Herstellung von Muranoglas - verschiedene Techniken

Muranoglas - Kunstlexikon
mit der Unterbezeichnung für:

Lüster - Fadenglas

Das legendäre Glas von Murano

Murano Venedig - Bisanzio - Bisanzioglas - Glashütte

Murano - Geschichte - Bisanzio

Murano Glas - hohe Kunst

Murano Glas - Geschichte

Kunstmarkt.com Muranoglas

Barovier & Toso - Glas

Produkionen und Firmen:

Artisti Barovier
Glasfabrik, Murano, Italien, 1883
Die Werkstatt Barovier zählt zusammen mit den Manufakturen von Fratelli Toso und Salviati zu den ältesten Hütten Muranos. Ihre Entstehungszeit liegt im 14. Jahrhundert. Angelo Barovier entwickelt um 1450 die cristallo-Technik, die Herstellung einer farblosen und völlig transparenten Glasmasse, die in der Folgezeit für die Glasgeschichte Muranos und Venedigs entscheidend sein sollte. Barovier & Toso, wie sich das Unternehmen heute bezeichnet, wird 1883 von ...

http://www.barovier.com/s_company/chi_storia.asp












Pauly & Cia., Compagnia di Venezia e Murano
Cristalleria Murano S.A.
I.C.E.T. Arte Murano
Idea Murano
Ars Murano
Murano, Cristalleria
Elite Murano, Vetreria Artistica srl.
Vetri VM Murano
Barbini, Vetri d'Arte Di Murano
Murano Castle (ITA)

Bücher:
Buch
Heiremans, Marc, Glaskunst aus Murano - Italienische Kunstgläser 1910-1970, Stuttgart, 1994

Buch
Zecchin, Luigi, Vetro e Vetrai di Murano, Venedig, 1989

Katalog
Ricke, Helmut/Schmitt, Eva, Italienisches Glas. Murano-Mailand 1930-1970, München, 1996

Katalog
Tsang, C.C. Gerard und Co-Autoren, Contemporary Art in Glass - Murano 1992, Museum of Modern Art, Hongkong, Hongkong 1992

Buch
Barovier, Marina/ Barovier-Mentasti, Rosa/ Dorigato, Attila, Il vetro di Murano alle Biennali 1895-1972, Milano, 1995

Buch
Heiremans, Mark, Murano-Glas im 2o. Jahrhundert, Arnoldsche, Stuttgart, 1996
Buch Barovier-Mentasti, Rosa/ Berengo, Adriano, The Secret of Murano, Venedig, 1997

Venetian Murano Art Glass 1840–1970 Nachschlagewerk
Marino Barovier / Carla Sonego
Venetian Art Glass 1840–1970

Glasmarken-Lexikon 1600 - 1945 : Signaturen, Fabrik- und Handelsmarken ; Europa und Nordamerika / Carolus Hartmann. - Stuttgart : Arnold, 1997. - 1006 S. : Ill.; (ger) ISBN 3-925369-37-6 Pick It! Pick It! Pick It! Pick It! Pick It! Pick It!
Bibliothekensuche:
http://www.biss.belwue.de/cgi-bin/bissform.cgi?opacdb=&sprache=D
unter Freitext | Glasmarken-Lexikon 1600 - 1945 suchen, auswählen. . .

Glass in Murano
Rosa Barovier Mentasti/Tullio Toninato, 1984 (Venice Chamber of Commerce, price unknown)
Purely an advertisement for Murano glassmakers, with 36 pages of potted history of Murano glassmaking and techniques, followed by 64 colour plates, each showing examples of the work of one particular (current) Murano manufacturer, with their details.
http://www.biblhertz.it/cgi-bin/gucha_de.pl?s1=Kg.02.05&t_acsys=x
eventuell über Fernleihe zum ausleihen.

Glasmarken Lexikon: Index - Museen etc.

Murano

[Dieser Blog wurde für und auf eine Anfrage von:

Andreas Hambeck

Obmann von Finanzmethodik Austria - F M A

2326 Maria Lanzendorf zusammengestellt]
::.

1 Kommentare:

design-and-arts hat gesagt…

Hier gibt es kostenlose Hintergrundinformationen zum berühmten Muranoglas: wwwl.muranoglas-info.de

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