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| Der Christlessee, Januar 2010[Oberstdorf-de] |
Sagen.at : Kleine Oberstdorfer Sagenkunde
169. Venediger Männle holt Schlamm aus dem Christlessee.
[ http://www.oberstdorf-online.info/sagen/venediger.html ]
Der Christlessee in der Spielmannsau bei Oberstdorf ist berühmt wegen seines klaren Wassers und seiner herrlichen, hier grünen, dort blauen Farbe.
Dahin kam früher alle Jahre ein kleines, fremdes Männle in sonderbarer Tracht, ließ sich beim nächsten Hause eine Schaufel geben, und dann hob es von dem Seegrunde feinen Schlamm aus und barg diesen, wenn er trocken war, in sein Sacktüchlein. Wenn es dann die Schaufel wieder zurückgab, sagte es gewöhnlich: "So, jetzt hab' ich wieder auf ein Jahr genug zum Leben."
Quelle: Allgäuer Sagen, Aus K. A. Reisers "Sagen, Gebräuche und Sprichwörter des Allgäus" ausgewählt von Hulda Eggart, Kempten und München 1914, Nr. 169, S. 179 - 180.
Für SAGEN.at korrekturgelesen von Franziska Meister, März 2005.
Legenden :
In diesem alten Sagenbuch wurde vor ca.120 Jahren ein Ereignis aufgeschrieben, das sich beim besten Willen nicht genau datieren lässt. Es war zu der Zeit, als von Murano aus immer wieder mal Glasbläser und ihre Helfer loszogen und nach besonderen Materialien für ihre grandiose Glaskunst suchten.
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| Murano : Gefäß von Angelo Barovier |
Man munkelt, das Venedigermännle habe nicht nur nach Goldschlamm, sondern auch nach Kobalt gesucht. Damit stellt man dieses fantastische Blau her, das seit langer Zeit zum Färben von Glas und Keramik verwendet wird. Man munkelt im Trettachtal auch, dass er damals Goldschlamm gefunden hätte.
Zurück zu den Muraner Glasbläsern, zu denen, die, die mit dem am strengsten gehüteten Geheimnise der Muranoer Glasbläserkunst hüteten. Nur sie kannten über viele Jahrhunderte eine Technik, mit der das Glas „wasserklar“ gemacht werden konnte. Hierzu wurde ein Mineral gebraucht, das heute unter dem Namen Mangan bekannt ist. In Deutschland war das Mineral lange gänzlich unbekannt. Erst im 16. Jahrhundert sickerte langsam durch, daß bei uns ein unbekannter Stoff ausgegraben wurde, der nach Venedig verfrachtet wurde und Glas weiß mache. Da von diesem „Braunstein“ nur kleine Mengen benötigt wurden, waren auch sicher nicht sehr viele Venediger unterwegs, die unauffällig die Täler absuchten, hie und da etwas fanden und das Gefundene danach genauer untersuchten.
Natürlich kamen sie zu dem mühsam erkundeten Fundort auch jährlich zurück, wie im Falle des Venedigermännleins.
Den Namen hat der Christlesee, der Geheimnisvolle, stammt aber wahrscheinlich von einem jungen Mann namens Christian. Aber oft liegen oft in den alten Geschichten, geheimnisvolle Wahrheiten, Gold und Mineraliensucher durchstreiften schon immer das Allgäu und es gibt eben diese Geschichten von Sagenumwobenen Gestalten, wie die vom Venedigermännle....
Das Kobalt hat der Christlesee aber scheinbar für sich behalten, das sieht man – besonders im Sommer – aus der Tiefe dieses Sees leuchten, der übrigens die Wasserquelle für Oberstdorf ist, dessen Wasser Mineralhaltig ist und der auch im strengsten Winter niemals zufriert oder zugefroren ist.
| Blauglaskelch aus Böhmen um 1790. |
| Kobaldblaues Glas. |


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